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Forschungskulturen und ihre Möglichkeitsräume

Es handelt es sich hier um die Fortsetzung der Arbeit „Das Wahrnehmen wahrnehmen“ und damit der genaueren Untersuchung der Enstehung von Realität. Diesmal mit dem speziellen Fokus auf das Fragestellen an und für sich und der Integration von Fehlern in den Prozess.

„Die Art, wie man wahrnimmt, setzt die Grenzen dafür, wie man fragt/sucht, was wiederum die Grenzen dafür setzt, wie man antwortet, was man findet bzw. wahrnimmt.“
Die Hypothese lautet daher: Die Fragen spannen den Raum für mögliche Antworten auf.
Als Fehler wird betrachtet, was außerhalb des etablierten Musters liegt. Wenn aber der Fehler selbst Teil des Prozesses wäre, so könnte er die Muster verändern und damit ein Lernen ermöglichen.

Als zentrale Fragen stellen sich damit-
Wie erzeugen wir Muster?
Wie können wir diese adaptieren bzw. überwinden?
Wie können Fehler selber in den Prozess integriert werden?

Um diese Fragen zu behandeln, betrachte ich Muster der einzelnen Wissenschaften-
Z.B. Wie arbeitet ein Mikrobiologe? Welche Ergebnisse akzeptiert er? Welche Methoden kennt und verwendet er? Und worin unterscheidet er sich z.B. von einem Physiker?

Immer komplexere und sich wandelnde Fragestellungen verlangen in technischen, natur-, kultur- und geisteswissenschaftlichen Prozessen nach Denkansätzen, die neue Wissensräume eröffnen können.
Die Beschäftigung mit Grenzen – deren Definition, Entstehung, Überwindung und dem Nutzen – ist daher ein wesentlicher Teil der Arbeit.

Es geht um die Sichtbarmachung dessen, was jenseits der Grenzen möglich ist (im Gegensatz zu einer detaillierteren Anhäufung von Wissen).
Hier wird der Begriff des Möglichkeitsraumes eingeführt, der durch Fragen aufgespannt wird, deren Antworten noch nicht vorstellbar sind, bzw. der auch Fragen umfasst, die zunächst nicht denkbar sind.
Kurz - es geht um eine Untersuchung der Methodik wissenschaftlicher Fragestellung und damit um Forschungsdesign an sich.

Ziel ist es, aus der Gegenüberstellung verschiedener epistemologischer Modelle eine Ebene zu entwickeln, die Analogien und cross-over-Anwendungen unter verschiedenen Disziplinen aufzeigen, sowie Prinzipien ableiten lässt. Zentraler Fokus liegt dabei auf der Untersuchung der Grenzen der Erkenntnis und den Möglichkeiten ihrer Überschreitung, um das Entdecken differenzierter Herangehensweisen und Lösungen provozieren zu lernen.

 
 
 

Auszug aus

Forenbacher, Marlies. Dissertationsproposal.